Dresdner baut überregionales Leukämieregister auf

Pressemitteilung des Universitäts KrebsCentrum Dresden

23.02.2011

Unter der Leitung von Dr. med. Christoph Röllig entwickeln Krebsforscher ein überregionales Leukämieregister. Der Leiter des Bereichs Klinische Studien der Medizinischen Klinik und Poliklinik I wird in dem Register Krankheitsverläufe verschiedener Patienten mit der Blutkrebsform "akute myeloische Leukämie" dokumentieren und auswerten. Mit Hilfe des Registers sollen künftig genauere Prognosen für die Patienten erstellt und eine bessere Behandlung ermöglicht werden. Diese Aufbauarbeit wird seit dem 01. Oktober 2010 von der Josè Carreras Leukämie-Stiftung mit 278.688 Euro gefördert.
 

Dr. med. Christoph Röllig, Facharzt für Hämatologie und internistische Onkologie, wird das überregionale Register für diese Leukämieform von Dresden aus aufbauen. In Deutschland kommen jährlich etwa 3,5 Neuerkrankungen auf 100.000 Menschen. Diese akute Krebserkrankung verläuft aggressiv und sehr schnell. Es vermehren sich unreife Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen rasch und unkontrolliert. Dadurch verdrängen die bösartigen Zellen die gesunden Abwehrzellen des Körpers. Das Immunsystem des Betroffenen wird lahm gelegt. Die Behandlung muss somit auch sehr rasch einsetzen.
 

Die AML tritt gehäuft im höheren Alter jenseits des 60. Lebensjahres auf. Betroffene leiden zumeist an Begleiterkrankungen und sind körperlich weniger fit als jüngere Menschen. Es kommt aufgrund des höheren Lebensalter der AML-Patienten häufiger zu Komplikationen. Zur Behandlung gehören eine intensive Chemotherapie und bei einem Teil der Patienten auch eine Stammzellentransplantation von Familien- oder Fremdspendern. Durch Genanalysen lässt sich heute bereits abschätzen, welche Therapieformen bei welchen AML-Patienten anschlagen und welche nicht.
 

Klinische Register, wie das in Dresden geplante Leukämieregister, erfassen ohne Ausnahme alle an akuter myeloischer Leukämie (AML) erkrankten Personen mit ihren Krankheitsverläufen. Die Daten sind sehr spezifisch. Die gewonnenen Erkenntnisse eines klinischen Registers sind, im Gegensatz zu einer klinischen Studie, für die Gesamtgruppe aller AML-Patienten repräsentativ.
 

Nicht nur Universitätskliniken werden ihre Daten regelmäßig dem neuen AML-Register zuliefern. Es ist geplant, dass alle Krankenhäuser mitarbeiten, die AML-Patienten betreuen. Je mehr Daten einfließen werden, desto bessere Aussagen können gemacht werden, wie künftig zum Beispiel die Therapie bei AML besser auf den einzelnen Patienten zugeschnitten werden kann.

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