Gutachterstelle für ArzthaftungsfragenZahl der Anträge bei vermuteten Behandlungsfehlern steigt

07.04.2011

Dresden: Die Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen der Sächsischen Landesärztekammer hat ihren aktuellen Jahresbericht vorgelegt. Im Jahr 2010 wurden 243 Begutachtungen wegen eines vermuteten Behandlungsfehlers eingeleitet (2009: 257). Diesen stehen 67 tatsächlich festgestellte Behandlungsfehler gegenüber (2009: 48). Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer: "Bei 14.761 berufstätigen Ärzten und rund 83.000 Behandlungsfällen pro Tag in Sachsen ist das eine glücklicherweise sehr niedrige Zahl".
 

Die Rate der laut Gutachterstelle für 2010 als berechtigt erhobenen Schadensersatzforderungen lag mit 25,8% der abgeschlossenen Begutachtungsverfahren etwas höher als im Vorjahr (21,9%). 64 (2009: 46) Behandlungsfehler waren ursächlich für einen Körperschaden.
 

405 Anträge sind im letzten Jahr bei der Gutachterstelle insgesamt eingegangen. Von den 243 eingeleiteten Begutachtungen entfielen 157 auf den stationären Sektor, 24 auf Klinikambulanzen und 62 auf ambulante Praxen. 151 Begutachtungsverfahren sind noch offen.
 

Insgesamt konnten bis Dezember 2010, inkl. Überhang aus 2009, 260 Anträge abschließend begutachtet werden. 97 Anträge betrafen die Fachrichtung Chirurgie, 29 Anträge die Innere Medizin, 30 Anträge die Orthopädie, 24 die Fachrichtung Gynäkologie/Geburtshilfe, 17 die Allgemeinmedizin und 12 auf die Neurologie/Psychiatrie. 7 Anträge entfielen auf die Fachrichtung Augenheilkunde, 5 auf die Fachrichtung Anästhesiologie, jeweils 2 auf die Fachrichtungen Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und ein Antrag betraf die Kinderheilkunde.
 

Aus rund 300 Gutachtern werden bei den eingehenden Fällen die jeweiligen Experten zu Rate gezogen. Neben Medizinern ist auch ein Jurist in der Gutachterstelle tätig. "Aber jeder Behandlungsfehler ist ein Fehler zuviel", so Prof. Schulze. "Ärzte haben die Möglichkeit, über Fehlermeldesysteme und ein internes Fehlermanagement kritische Zwischenfälle zu analysieren, um so die Patientensicherheit weiter zu verbessern".
 

Weitere Informationen unter 0351 8267-160.

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