Bundesärztekammer stellt Behandlungsfehler-Statistik 2010 vor

21.06.2011

Wie aus einer aktuellen Statistik der Bundesärztekammer hervorgeht, haben die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bei den Ärztekammern in Deutschland im Jahr 2010 insgesamt 7.355 Anträge zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern bearbeitet. Dabei lag in 2199 Fällen ein Behandlungsfehler oder Risikoaufklärungsmangel vor. In 1821 Fällen wurde ein Behandlungsfehler als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt, der einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründete. Die häufigsten Diagnosen, die zu Behandlungsfehlervorwürfen führten, waren wie in den Vorjahren Knie- und Hüftgelenkarthrosen sowie Unterarm-, Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen. Bei der Vorstellung der Ergebnisse wurden auch Verläufe dargestellt, aus denen erkennbar ist, wie sich Fehlerschwerpunkte in den vergangenen Jahren entwickelt haben. So hat sich die Zahl der nachgewiesenen Fehler bei der Behandlung von Brustkrebs im niedergelassenen Bereich in den vergangenen fünf Jahren fast halbiert (29 Fälle). In den Krankenhäusern stieg die Zahl der nachgewiesenen Fehler bei Kniegelenkarthrose (52 Fälle in 2010) und Unterarmfrakturen (57 Fälle in 2010) leicht an.
 

Wie nur wenige Institutionen im Gesundheitswesen verfügen die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen über eine Datenbank, in der die Fälle der letzten Jahre gesammelt werden. Mit diesem Medical Error Reporting System kann ermittelt werden, welche Vorwürfe Patienten gegen Ärzte erheben, welche Diagnosen zur Antragstellung führen und bei welchen Krankheitsbildern es am häufigsten zu Behandlungsfehlern kommt.
 

Gut ein Viertel aller vermuteten Arzthaftungsfälle in Deutschland wird durch die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern bewertet. Die seit 1975 bei den Ärztekammern eingerichteten Stellen bieten eine Begutachtung durch unabhängige Experten und außergerichtliche Streitschlichtung bei Behandlungsfehlervorwürfen an. Der Patient kann durch ein effizientes und gebührenfreies Verfahren überprüfen lassen, ob sein Behandlungsfehlervorwurf gerechtfertigt ist. In ca. 90 Prozent der Fälle werden die Entscheidungen der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen von beiden Parteien akzeptiert und die Streitigkeiten beigelegt. Wird nach Begutachtung durch diese Institutionen doch noch der Rechtsweg beschritten, werden die Gutachten der Kommissionen überwiegend bestätigt.
 

Die Behandlungsfehlerstatistik 2010 kann im Internet unter www.bundesaerztekammer.de abgerufen werden.

 
Die sächsische Statistik finden Sie hier:

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