Bundeskabinett hat ein Konzept zur Fachkräftesicherung beschlossen.

22.06.2011

Die Bundesregierung definiert in ihrer Zuständigkeit fünf Pfade zur Sicherstellung der Fachkräftebasis der Zukunft:

  1. 0.Aktivierung und Beschäftigungssicherung,
  2. 1.Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  3. 2.Bildungschancen für alle von Anfang an,
  4. 3.Qualifizierung: Aus- und Weiterbildung sowie
  5. 4.Integration und qualifizierte Zuwanderung.

Die beschlossenen Maßnahmen sollen gemeinsam mit den Aktivitäten von Unternehmen und Sozialpartnern, Ländern und Kommunen Wirkung entfalten.
 

Dem Ärztemangel will die Regierung unter anderem mit dem Abbau von Bürokratie, Änderungen beim Auswahlverfahren für die Zulassung zum Medizinstudium und der Weiterentwicklung der Instrumente zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung begegnen. Darüber hinaus könne der geplante Wegfall der bisher geltenden Staatsangehörigkeitsprivilegien bei den akademischen Heilberufen (Entwurf des "Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen") dazu beitragen, "die Anzahl von qualifizierten Heilberuflerinnen und Heilberuflern, die sich im Inland niederlassen können, zu erhöhen", heißt es in dem Konzept, für das die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. Ursula von der Leyen, die Federführung hat.
 

Die Bundesregierung wird prüfen, inwieweit es Anpassungsbedarf im Zuwanderungsrecht gibt und wie das bestehende Instrumentarium zur Arbeitsmigration besser und vollständiger genutzt werden kann. Die Vorrangprüfung der Bundesagentur für Arbeit nach dem Arbeitsgenehmigungsrecht soll aber schon jetzt für die Berufsgruppe der Ingenieure sowie für Ärzte unverzüglich ausgesetzt werden. Die Abschaffung wird durch einen entsprechenden Erlass an die Arbeitsagenturen erfolgen. Bislang gilt: Will ein Unternehmen eine qualifizierte Fachkraft aus dem Ausland einstellen, müssen die Arbeitsagenturen in jedem Einzelfall prüfen, ob für den Job nicht deutsche Arbeitnehmer oder im Inland lebende EU-Bürger zur Verfügung stehen. Zudem muss ein Jahreseinkommen von 66.000 Euro nachgewiesen werden.
 

"Diese Aussetzung der Vorrangprüfung erfolgt, da ein offensichtlicher Fachkräftemangel für diese Berufe im Inland besteht und eine erleichterte qualifizierte Zuwanderung auch aus Drittstaaten ein erfolgversprechender Schritt ist, um die Arbeitskräftelücke zeitnah zu schließen. Die Sachlage wird zum Zwecke der Anpassung regelmäßig daten- und expertengestützt überprüft werden", heißt es in dem Beschluss der Regierung. Bei ärztlichen Berufen sei die Aussetzung der Vorrangprüfung erforderlich, da trotz steigender Arztzahlen bereits heute nicht mehr in allen Bereichen und Regionen Ärzte in ausreichender Anzahl vorhanden seien. Es werde damit auch der Bedeutung des Arztberufs für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung Rechnung getragen.

Auch die Situation der ausländischen Studierenden an deutschen Hochschulen müsse verstärkt in den Blick genommen und die Möglichkeiten einer Beschäftigungsaufnahme nach dem Studienabschluss müssen verbessert werden. "Hier liegen Potenziale für den deutschen Arbeitsmarkt, die durch eine gute und kultursensible Betreuung an den Hochschulen und einen anschließend attraktiven Zugang zu Beruf und Beschäftigung noch besser erschlossen werden können. Wer in Deutschland gerne und erfolgreich studiert hat, wird auch einen deutschen Abschluss anstreben und erlangen. Viele dieser Absolventinnen und Absolventen werden Deutschland auch als neue Heimat schätzen, wenn es gelingt, sie nach dem Abschluss durch einen hindernisfreien Zugang zum Arbeitsmarkt als Arbeitskräfte zu halten. Dafür werden wir die gesetzlichen Voraussetzungen verbessern", bekräftigt die Bundesregierung.
 

Das Konzept "Fachkräftesicherung" finden Sie im Internet:

Seitenfunktionen

Partner

Mein Konto

Schnelleinstieg

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte