Maßnahmenkatalog zur Sicherung des Ärztebedarfs in Sachsen

01.02.2012

Bereits heute fehlen in Sachsen 356 Hausärzte. Besonders davon betroffen sind ländliche Regionen im Landkreis Nordsachsen, im Landkreis Görlitz und im Erzgebirgskreis. Daher wurde im Jahr 2010 vom Kabinett eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe gebildet, die 20 Maßnahmen zur Bekämpfung des Ärztemangels geprüft und am 31. Januar 2012 ihren Ergebnisbericht vorgelegt hat.

 

Die Vorschläge zielen darauf ab, den medizinische Nachwuchs bereits frühzeitig zu gewinnen. Sie umfassen daher unter anderem die zunächst zeitlich begrenzte Einrichtung eines Sonderkontingentes von 20 Studienplätzen für angehende Hausärzte im ländlichen Gebiet innerhalb der bestehenden Studienplatzkapazitäten, die ab Studienbeginn monatlich mit bis zu 1000 Euro gefördert werden. Auch eine Änderung der Studieninhalte zugunsten des Faches Allgemeinmedizin ist vorgesehen. Längerfristig soll auch die Vergabe der Studienplätze für das Fach Humanmedizin durch die Stiftung für Hochschulzulassung (ZVS) abgeschaft werden.

 

Zum Teil bereits durch das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Versorgungstrukturgesetz umgesetzte Vorschläge betreffen die bessere Vergütung von Hausärzten im ländlichen Gebiet sowie deren Entlastung durch die weitere Delegation nichtärztlicher Tätigkeiten entsprechend dem Modellprojekt AGnES. Dagegen bedürfen die Vorschläge zur Studienplatzvergabe und dem Studienplatzkontingent noch der Zustimmung der Länder zu einer Änderung des Staatsvertrages.

 

Um die ärztliche Versorgung auf dem Land auf Dauer sicherstellen zu können, ist auch ein Fokus, die Infrastruktur für Familien im ländlichen Raum unter anderem durch längere Öffnungszeiten von Kindertageseinrichtungen zu verbessern, um so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten.

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