Zahl der Ärzte 2011 in Sachsen gestiegen - Im ambulanten Sektor besteht weiterhin Ärztebedarf

21.02.2012

Aktuell leben in Sachsen 21.582 Ärzte (31.12.2011). Dies sind fast 570 Ärzte mehr als im Jahr zuvor (21.014). Darunter befinden sich 1.620 (+216) ausländische Ärzte aus 91 Nationen. 15.569 Ärzte sind derzeit in Sachsen berufstätig (+ 412), davon 8.357 im stationären und 6.404 im ambulanten Bereich. Im Vergleich zum Jahr 2006 gibt es 2.400 Ärzte mehr im Freistaat.

 

Im ambulanten Bereich setzt sich der Bedarf an Ärzten weiter fort. Waren es 2006 noch 5.794 Ärzte mit eigener Praxis, sank die Zahl 2011 um 250 auf 5.544 niedergelassene Ärzte. Dagegen stieg die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte im Vergleich zu 2010 um 97 und im Vergleich zu 2006 um 510 auf 860 Ärzte an.

 

"Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte bereit sind, eine eigene Praxis zu übernehmen. Bedenklich ist dies vor allem für die ländlichen Bereiche. Daher sollten Anstrengungen, wie das von der Sächsischen Landesärztekammer initiierte Netzwerk "Ärzte für Sachsen", unbedingt fortgeführt werden, um den rückläufigen Trend im ambulanten Bereich zu stoppen", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze.

 

Die Zahl der Ärztinnen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 403 auf 11.509 Ärztinnen. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der in Sachsen lebenden Ärzte beträgt 53,3 Prozent. Die Anzahl männlicher Mediziner erhöhte sich dagegen nur um 165 auf 10.073 Ärzte. Diese Entwicklung wird auch durch an einigen Kliniken schon vorhandene, familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten unterstützt, jedoch gilt es diese Möglichkeiten noch weiter auszubauen.

 

Die Anzahl ausländischer Ärzte ist im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Prozent gestiegen. Die meisten Ärzte stammen aus der Tschechischen Republik (217), der Slowakei (187), aus Polen (183), Rumänien (122) und der Russischen Förderation (116). Von den ausländischen Medizinern arbeiten 1.302 Ärzte im stationären und 136 im ambulanten Bereich, davon 75 in einer Niederlassung und 61 Ärzte angestellt in einer Niederlassung. Der Anteil der ausländischen Ärzte beträgt in Bezug auf die 15.569 berufstätigen Mediziner in Sachsen 9,2 Prozent.

 

Durch den demografischen Wandel und die weitere Spezialisierung der modernen Medizin nimmt in Sachsen der Bedarf an medizinischen Leistungen und damit auch an Ärzten weiter zu. Außerdem arbeitet eine zunehmende Anzahl von Ärzten in Teilzeit. "Aus dem Anstieg der absoluten Zahlen kann daher nicht geschlussfolgert werden, dass es keinen Ärztebedarf mehr gibt. Vielmehr bietet der Freistaat sehr gute Perspektiven für junge Ärzte", so Prof. Dr. Jan Schulze.

 

Derzeit können sich laut Bedarfsplanung der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen noch rund 400 Ärzte (darunter über 300 Hausärzte) in Sachsen niederlassen. Und laut Krankenhausgesellschaft Sachsen gibt es ca. 400 freie Stellen in den Kliniken des Freistaates.

 

Weitere Informationen unter 0351 8267-160.

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