7. Europäische ImpfwocheSachsen setzt Schwerpunkt auf Keuchhusten (Pertussis)

20.04.2012

Dresden: Vom 21.-27.4. 2012 findet in allen 53 Ländern der Europäischen Region der WHO die "7. Europäische Impfwoche" statt. In Sachsen liegt der Schwerpunkt auf der Impfausweiskontrolle, insbesondere der Überprüfung des Impfstatus von Keuchhusten (Pertussis).

 

Ausgewählt wurde dieser Schwerpunkt von den für die Impfprophylaxe Zuständigen, u. a. dem Ausschuss Hygiene und Umweltmedizin der Sächsischen Landesärztekammer, dem Fachausschuss Infektionsschutz des Landesverbandes Sachsen der Ärzte und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Schutzimpfungen e.V.. Denn in den letzten Jahren sind die Impfempfehlungen für Pertussis erweitert und auch auf Erwachsene ausgedehnt worden, da Eltern und Großeltern häufig die Infektionsquelle für Säuglinge und Kleinkinder sind. Keuchhusten ist nicht mehr nur eine "Kinderkrankheit", sie tritt auch gehäuft im Erwachsenenalter auf.

 

Das WHO-Regionalbüro für Europa hatte daher 1998 in der Zielvorgabe für das 21. Jahrhundert die Senkung der Erkrankungshäufigkeit für Pertussis auf weniger als eine Erkrankung pro 100.000 Einwohner und Jahr vorgegeben. Dies war in Sachsen und den Neuen Bundesländern (NBL) 1989/1990 erreicht worden (0,4 bzw. 0,6 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr). Seither sind die Erkrankungsfälle aber wieder kontinuierlich angestiegen. 2011 erkrankten in Sachsen (bzw. NBL) 1241 (bzw. 4191) Personen an Keuchhusten. Ursache für das vermehrte Auftreten ist hauptsächlich die mangelhafte Impfquote. In Sachsen waren 2011 von den unter 16-Jährigen nur 67,6% vollständig geimpft. Im Erwachsenenalter ist die Rate der in den letzten 10 Jahren nicht gegen Keuchhusten Geimpften, also empfänglichen Personen, wahrscheinlich noch viel höher.

 

Schutzimpfungen sind die wirksamste Prophylaxe gegen sonst oft schwer verlaufende Infek-tionskrankheiten. Die Voraussetzung dafür ist aber eine möglichst vollständige Durchimmunisierung (=Impfrate) der Bevölkerung entsprechend den aktuellen Impfempfehlungen.

 

Die 7. Europäische Impfwoche fordert daher, dass jeder Einzelne seiner persönlichen und gesellschaftlichen Verantwortung für die Förderung der Gesunderhaltung gerecht wird. Die Überprüfung des Impfausweises kann man beim Hausarzt oder einem Impfarzt vornehmen lassen. Die Kosten für die von der Sächsischen Impfkommission (SIKO) empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Weitere Informationen unter 0351 8267-160.

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