Tagung zur Gendiagnostik

WENN ICH DAS VORHER GEWUSST HÄTTE! Schwangerschaft als Entscheidungsfall(e)

25.01.2013

Tagung in Kooperation zwischen der Sächsischen Landesärztekammer und dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden

 

Datum und Ort
Termin:13. März 2013, 15.00 - 20.00 Uhr
Ort:Deutsches Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden

 

Im Jahr 2012 gab es in Deutschland drei neue Entwicklungen, die vorgeburtliche genetische Untersuchungen betreffen: die begrenzte Zulassung von Präimplantationsdiagnostik (PID), eine Ausbildungspflicht für Ärzte, die genetische Beratungen durchführen sowie die Zulassung eines pränatalen Bluttestes, der ohne invasive Diagnostik eine Aussage darüber ermöglichen soll, ob das zu erwartende Kind mit dem Gendefekt Trisomie 21 auf die Welt kommen wird.

 

In den Vorträgen und den anschließenden Workshops soll geprüft werden, welche Einflüsse diese Entwicklungen auf Entscheidungen in der Schwangerschaft haben, welche Konsequenzen sich für die ärztliche Beratung sowie künftige oder werdende Eltern ergeben und ob die Wahrnehmung von Behinderung dadurch verändert wird.

 

Die Veranstaltung richtet sich an Jugendliche, junge Erwachsene und Jugendämter, an Beratungsstellen und Hebammen, künftige und werdende Eltern und Ärzte sowie alle am Thema Interessierten.

Tagesordnung
ab 14.00 UhrAnmeldung
15:00 UhrEntscheidungsfalle? Auswirkungen von PID und Blut-Praena-Test auf Entscheidungen in der Schwangerschaft
Dr. med. Dorothea Schuster, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe / Psychotherapie, Dresden.
Dr. phil. Silja Samerski, Dipl. Biologin und Soziologin, Postdoktorandin im DFG-Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen - Praktiken der Subjektivierung", Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
15.30 UhrGut beraten? Die Rolle des Arztes im Entscheidungsprozess
Prof. Dr. med. Evelin Schröck, Direktorin Institut für Klinische Genetik, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
Dr. phil. Nils B. Heyen, Soziologe, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Competence Center Neue Technologien, Karlsruhe
16.00 UhrNur noch gesunde Kinder? Gesellschaftliche Erwartungen und Realität
Dr. phil Anne-Katrin Olbrich, psychologische Beraterin, Familienberatungsstelle der Diakonie in Pirna
Dipl. med. Uwe Schilling, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Praxis für Pränatalmedizin, Dresden
16:30 - 17:00 UhrPause mit Imbiss
17:00 - 18:30 Uhr

Workshops mit den Referenten

 

Workshop I
Entscheidungsfalle? Auswirkungen von PID und Blut-Praena-Text auf Entscheidungen in der Schwangerschaft
 
Pränataldiagnostische Untersuchungen sind heute so selbstverständ­lich, dass Schwangere sich meist gar nicht bewusst dafür entscheiden. Nicht immer ist den werdenden Eltern wirklich klar, worauf sie sich bereits mit dem ersten Test ein­lassen: Jede statistische Normabweichung gilt als Risiko. Eine Untersuchung zieht die nächste nach sich und am Ende steht unter Umständen eine Entschei­dung, die sie gar nicht treffen wollten: Schwangerschaft austragen oder ab­brechen? PID und der neue Bluttest machen die durchgetestete Schwangerschaft noch selbstverständlicher und verschärfen die bestehenden juristischen und ethischen Dilemmata bei allen Beteiligten. Im Workshop soll die "Entscheidungsfalle" für Schwangere im Kontext der neuen Entwicklungen analysiert und Auswege gesucht werden.
(Moderation: Dr. Pia Ritter, Deutsches Hygiene-Museum Dresden)


 

Workshop II
Gut beraten? Die Rolle des Arztes im Entscheidungsprozess
 
Ärztliche Beratung beeinflusst Schwangere ganz maßgeblich in ihren Entscheidungen, welche Untersuchungen sie durchführen lassen und wie sie mit den Untersuchungsergebnissen umgehen. Auch der werdende Vater sollte die Entscheidung nachvollziehen können. Wie kann es gelingen, dass ein Paar zu seiner autonomen Entscheidung findet, für die auch zahlreiche nichtmedizinische Bewertungen von großer Bedeutung sind? Welche Kriterien sind für den Arzt bei der Beratung entscheidend? Was kann die gesetzlich vorgeschriebene Fortbildung in diesem Spannungsfeld bewirken?
(Moderation: Knut Köhler M.A., Sächsische Landesärztekammer)


 

Workshop III
Nur noch gesunde Kinder? Gesellschaftliche Erwartungen und Realität
 
Pränataldiagnostische Maßnahmen sind hoch akzeptiert bei Schwangeren und in der Gesellschaft, verbunden mit der Erwartung auf ein gesundes Kind. Eltern haben sich schon immer gesunde Kinder gewünscht. Doch nach etwa 30 Jahren PND birgt dieser Wunsch ein Konfliktpotenzial, das durch die heftig umstrittenen neuen Verfahren, den Bluttest auf Trisomie 21 und PID, verstärkt wird. Wie nehmen die werdenden Eltern die Situation wahr? Unter welchen Einflüssen treffen sie ihre Entscheidungen? Wie werden nichtmedizinische Beratungsangebote in die Entscheidung für oder gegen die Untersuchungen einbezogen - und wie können sie helfen, mit möglichen Befunden umzugehen?
(Moderation: Dorothea van Loyen, Deutsches Hygiene-Museum Dresden)


 

18:30 - 19:00 UhrAbschluss

Teilnahmebeitrag 7 EUR/ 4 EUR ermäßigt (Schüler, Studenten)
 

Anmeldungen unter E-Mail tagungszentrum@dhmd.de oder Tel: 0351 4846 313, oder auch über www.dhmd.de.

 
Begrenzte Teilnehmerzahl! Anmeldungen werden in der Reihenfolge der Anmeldung berücksichtigt. Bitte geben Sie Ihren Workshopwunsch bei der Anmeldung an.
 

Sie können sich den Flyer zur Veranstaltung ausdrucken.

 
Die Tagung ist mit 5 Fortbildungspunkten zertifiziert.

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