Ausländische Ärzte in Sachsen gut integriert

Sächsische Landesärztekammer präsentiert Umfrageergebnisse

05.12.2013

Dresden: Zur Deckung des Ärztebedarfs wird in Sachsen zunehmend auf die Unterstützung ausländischer Ärzte zurückgegriffen. In Zusammenarbeit der Sächsischen Landesärztekammer mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau befragte ein Student in seiner Bachelorarbeit alle berufstätigen ausländischen Ärzte in Sachsen. Ziel war, herauszufinden, welchen strukturellen und organisatorischen Eintrittsbarrieren ausländische Ärzte bei der Zuwanderung und Arbeitsaufnahme in Sachsen gegenüber standen, warum sie nach Sachsen kamen und wie sie im Freistaat aufgenommen wurden.

Zwischen 2007 und 2012 ist eine kontinuierliche Zunahme ausländischer Ärzte zu verzeichnen (Anstieg etwa 72%). Inzwischen sind von den 22.160 in Sachsen lebenden Ärzten (12/2012) 1.821 ausländischer Herkunft aus 91 Nationen. „Die Zuwanderung und Arbeitsaufnahme kann jedoch mit Komplikationen behaftet sein, die es zu vermeiden gilt. Im Zuge dessen erfolgte eine Befragung in Zusammenarbeit mit der Westsächsischen Hochschule.", betont Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

Zentrale Ergebnisse

147 Fragebögen konnten insgesamt ausgewertet werden. 63 Prozent der befragten ausländischen Ärzte gaben an, gut von ihren Kollegen aufgenommen worden zu sein und 55 Prozent fühlten sich von den Patienten gut akzeptiert. Diese Akzeptanz stieg im weiteren Verlauf der Tätigkeit sogar noch auf 70 Prozent an.

53 Prozent nannten ein Sprachniveau B2 nach GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen) und 31 Prozent gaben den höheren Level C1 an. Zudem möchten sich 82 Prozent der ausländischen Ärzte gern sprachlich weiterbilden. Verständigungsschwierigkeiten gab es mit Kollegen oder Patienten nur zu Beginn.

59 Prozent kamen wegen einer Weiterbildung zum Facharzt nach Sachsen,
52 Prozent wegen Auslandserfahrung und 51 Prozent aus finanziellen Aspekten (Mehrfachnennung möglich).

44 Prozent empfanden die bei der Zuwanderung zu erledigenden Behördengänge sowie die Anerkennung von Abschlüssen als sehr bzw. ziemlich aufwendig.

Von insgesamt 82 ausländischen Ärzten wünschten sich 22 Prozent mehr Informationen und zusätzlich mehr Transparenz zu den Abläufen der Zuwanderung und des Aufenthaltes.

Fazit

Die Integration ausländischer Ärzte in Sachsen befindet sich auf einem guten Weg. Aber besonders im Bereich der Behördengänge wird eine intensivere Unterstützung gewünscht. Zum einen von der Sächsischen Landesärztekammer, aber auch vom Arbeitgeber. „Diesem Anspruch werden wir uns stellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um eine bessere Hilfestellung zu geben.", so Prof. Schulze. Zusätzlich ist eine positive Aufnahme bei Kollegen und Patienten entscheidend dafür, ob die Ärzte nach ihrer Weiterbildung in Sachsen bleiben oder später zurückkehren.

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung unter Telefon 0351 8267 160.

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