Masern: Immer mehr Erwachsene stecken sich an - Nur Impfung kann schützen

13.12.2013

Fast 40 Prozent der diesjährigen Masernkranken waren über 20 Jahre alt. Das ist ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren. Darauf weist das Robert Koch-Institut (RKI) hin. Während 2003 nur 8,6 Prozent aller Erkrankten über 20 Jahre alt waren, sind es heute 38,7 Prozent. Bundesweit registrierte das RKI bis Anfang Dezember mehr als 1700 Masern-Erkrankungen gegenüber gerade einmal 170 Fällen im gesamten Vorjahr - eine Steigerung um das Zehnfache. Auffallend sind die hohen Zuwachsraten unter den 20- bis 39-Jährigen (2013: 517, 2012: 49).

Regional gibt es große Unterschiede. In den westlichen Bundesländern treten Masern deutlich häufiger auf als in den östlichen Bundesländern, wo es in DDR-Zeiten eine Impfpflicht gab. Die meisten Masernfälle wurden in Bayern (784) registriert, gefolgt von Berlin (488) und Nordrhein-Westfalen (128). Keinen einzigen Fall meldete das Saarland, nur einen Mecklenburg-Vorpommern.

Je älter der Patient, desto gefährlicher die Masern: Die Gefahr schwerer Komplikationen steigt mit zunehmendem Alter: 43 Prozent der 20- bis 24-Jährigen mussten sich 2013 im Krankenhaus behandeln lassen, bei den 25- bis 39-Jährigen sogar über die Hälfte der Patienten. Als Folge einer Masern-Erkrankung kann es zu Lungen- oder Mittelohrentzündungen kommen, im schlimmsten Fall sogar zu Hirnhautentzündungen.

Als Hauptursache der drastischen Zunahme von Masern unter jungen Erwachsenen gilt der unvollständige Impfschutz der nach 1970 Geborenen. Unter dem Eindruck ständig sinkender Krankheitsfälle hat auch die Bereitschaft nachgelassen, sich überhaupt gegen Masern impfen zu lassen oder die empfohlene zweite Impfung vorzunehmen.

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