Wartezeiten beim Facharzt - Mehr ambulante fachärztliche Leistungen im Krankenhaus?

08.01.2014

In der Diskussion über Wartezeiten auf Facharzttermine für gesetzlich Krankenversicherte fordert der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, den Patienten den Zugang zum Facharzt im Krankenhaus zu erleichtern: Die Krankenhäuser könnten nach seiner Auffassung einen merklichen Beitrag zur Verbesserung der ambulanten fachärztlichen Versorgungslage leisten, wenn man sie nur ließe. Dazu müssten allerdings gesetzliche Hemmnisse abgebaut und Umsetzungsverhinderungen im Selbstverwaltungsprozess gezielt entgegengewirkt werden. Ein Zentraler Schlüssel zur Entlastung der Facharztpraxen und zur Ausweitung der fachärztlichen Behandlungskapazitäten läge seiner Meinung nach in der offensiven Umsetzung der heute schon im Gesetz vorgesehenen ambulanten spezialärztlichen Versorgung nach § 116 SGB V.

 

Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, sagte dagegen in einem Interview mit der Rheinischen Post (27.12.2013), dass gesetzlich Versicherte künftig per "dringlicher Überweisung" besonders schnell zu einem Facharzt vermittelt werden sollen. Wer ohne Überweisung seines Hausarztes einen Facharzttermin wünsche, müsse unter Umständen etwas länger warten. Wichtig sei, dass Termine beim Facharzt weiterhin aus medizinischen Gründen vergeben würden. Die geplante Termingarantie würde letztlich nur dazu führen, dass die weniger schweren Fälle ins Krankenhaus gingen, sagte Montgomery. Darauf aber seien die Kliniken überhaupt nicht eingestellt.

 

Union und SPD planen, dass Kassenpatienten, die nicht binnen vier Wochen einen Facharzttermin erhalten, in einer Klinik versorgt werden sollen. Die Kosten für die Behandlung sollen dem Budget der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung entnommen werden.

 

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