Herzinfarktregister soll Versorgung im Freistaat verbessern

Pilotprojekt in Ostsachsen

03.01.2014

Dresden: Im Zusammenhang mit einer im Vergleich zu den meisten alten Bundesländern deutlich höheren Infarktsterblichkeit in Sachsen hat die Sächsische Landesärztekammer ein Pilotprojekt für Ostsachsen initiiert. Dieses sieht vor, dass an drei Krankenhäusern zunächst präklinische Daten über drei Monate erfasst und ausgewertet werden. Geplant ist anschließend zuerst eine Optimierung der präklinischen Versorgungsstruktur, um Transportwege zu optimieren, Zeit zu sparen und so die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt zu senken.

 

Nach dem letzten Deutschen Herzbericht 2011 ist nur in Sachsen-Anhalt und in einzelnen Regionen in Brandenburg die Infarktsterblichkeit vergleichbar oder sogar geringfügig höher als in Sachsen. "Die höhere Krankheitslast auf Grund der Bevölkerungsstruktur in Sachsen reicht jedoch als alleinige Erklärung nicht aus. Deshalb wurden gemeinsam mit dem Sozialministerium, mit Kardiologen und Notärzten sowie den Rettungsleitstellen die Strukturen im Freistaat analysiert.", so Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

 

Nach der Auswertung ließ sich feststellen, dass der größte Zeitverlust eines Patienten bis zur effektiven Diagnostik und Therapie beim akuten Verdacht auf einen Herzinfarkt dadurch entsteht, dass er zunächst einfach in das falsche Krankenhaus gebracht wird. Erst im zweiten Schritt und nach erneuter Diagnosesicherung wird der Patient in ein Krankenhaus mit einem Herzkatheterlabor verlegt. Prof. Schulze: "Dies bedeutet einen erneuten Transport und neu zu organisierende Arztbegleitung. In der Regel kommt es durch diese eigentlich unnötige Verlegung zu einem dramatischen Zeitverlust von 180 bis 260 Minuten! Im Sinne eines effektiven Herzinfarktnetzwerkes hätte der Patient zeitsparend direkt in ein Krankenhaus mit Herzkatheterlabor gebracht werden müssen."

 

Da die Problematik in Ostsachsen besonders gravierend ist, hat die Sächsische Landesärztekammer das Pilotprojekt für Ostsachsen initiiert, das im September 2013 seine Arbeit aufgenommen hat. Geleitet wird das Projekt von Frau Prof. Ruth Strasser, Ärztliche Direktorin am Herzzentrum der Uniklinik Dresden, und unter Vorsitz von Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze.

 

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung unter Telefon 0351 8267160.

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