Arztzahlen in Sachsen 2013

Anteil der Ärztinnen und der ausländischen Ärzte steigt

07.03.2014

Dresden: Aktuell leben in Sachsen 22.733 Ärzte (31.12.2013). Dies sind 570 Ärzte mehr als im Jahr zuvor (22.160). Darunter befinden sich 1.992 (+171) ausländische Ärzte aus 87 Nationen. 16.232 Ärzte sind derzeit in Sachsen ärztlich tätig (+ 298), davon 8.847 im stationären (+224) und 6.501 (+13) im ambulanten Bereich.

 

Im ambulanten Bereich setzt sich trotz der steigenden Zahlen der Bedarf an Ärzten weiter fort. Denn 2007 gab es noch 5.759 Ärzte mit eigener Praxis. Diese Zahl sank bis 2013 um 283 auf 5.476 niedergelassene Ärzte. Dagegen stieg die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte im Vergleich zu 2011 um 166 und im Vergleich zu 2012 um 73 auf 1.025 Ärzte an.

 

"Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte eine eigene Praxis übernehmen, sondern lieber als Angestellte z.B. in Teilzeit in einer Praxis arbeiten. Bedenklich ist dies vor allem für die ländlichen Bereiche. Daher sollten Anstrengungen, wie das von der Sächsischen Landesärztekammer initiierte Netzwerk 'Ärzte für Sachsen', unbedingt intensiviert werden, um den rückläufigen Trend im ambulanten Bereich zu stoppen", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze.

 

Anteil Ärztinnen
Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 253 auf 8.518. Ihr Anteil an allen berufstätigen Ärzten beträgt jetzt 52,4 Prozent. Die Anzahl berufstätiger Mediziner erhöhte sich dagegen nur um 45 auf 7.714 Ärzte (47,6 Prozent). Vor zehn Jahren waren es noch 51 Prozent Ärzte und 49 Prozent Ärztinnen. Prof. Schulze "Diesem Trend der Feminisierung wird an vielen sächsischen Krankenhäusern schon durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten bereits Rechnung getragen."

 

Ausländische Ärzte
Die meisten ausländischen Ärzte stammen aus Osteuropa, wie der Tschechischen Republik (316), der Slowakei (243), aus Polen (208), Rumänien (159), der Russischen Förderation (137), Bulgarien (109), Ungarn (88) und der Ukraine (78). Aus Österreich, mit dem es einen Freundschaftsvertrag mit dem Freistaat Sachsen gibt, kommen 79 Ärzte.

 

1.521 ausländische Ärzte arbeiten im stationären und 296 im ambulanten Bereich. 175 haben derzeit keine ärztliche Tätigkeit. Der Anteil der ausländischen Ärzte ist in Bezug auf die Gesamtzahl der berufstätigen Mediziner in Sachsen von 10,5 auf 11,2 Prozent gestiegen.

 

Prof. Schulze betont ausdrücklich, "dass die ausländischen Kollegen vor allem in den ländlichen Regionen maßgeblich dazu beitragen, dass Patienten gut versorgt werden. Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Stationen ohne die internationalen Ärzte nicht aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden". Der Präsident setzt zur besseren Verständigung zwischen Ärzten oder mit den Patienten auf berufsbegleitende weiterführende Sprachkurse. Viele Krankenhäuser in Sachsen würden bereits solche Sprachkurse anbieten.

 

Ärztebedarf steigt
Auch nimmt der Bedarf an medizinischen Leistungen und damit auch an Ärzten durch den demografischen Wandel und die weitere Spezialisierung der Medizin weiter zu. Außerdem arbeitet eine zunehmende Anzahl von Ärzten auch in stationären Einrichtungen in Teilzeit, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. "Aus dem Anstieg der absoluten Zahlen kann daher nicht geschlussfolgert werden, dass es keinen Ärztebedarf mehr gibt. Vielmehr bietet der Freistaat weiterhin sehr gute Perspektiven für junge Ärzte, insbesondere für Hausärzte", so Prof. Dr. Jan Schulze.

 

Diese Informationen sowie Grafiken und Tabellen zu allen ausländischen Ärzten in Sachsen finden Sie in der Anlage.

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