Görlitz/Zgorzelec: Leben an der Grenze ok - Zugang zu Ärzten besonders kritisch

03.04.2014

Einwohner in Görlitz - Zgorzelec sind mit ihrem Leben an der Grenze zufrieden. Zugang zu (Fach-)Ärzten aber besonders kritisch. Dies ergab eine Studie des Lehrstuhls für Raumordnung der Technischen Universität Dresden.

 

Der Durchschnitt für die Zufriedenheit liegt bei 4,7 (auf einer Skala von 1 - sehr unzufrieden bis 6 - sehr zufrieden). Dabei sind die Befragten im deutschen Teilgebiet etwas zufriedener (4,9) als jene im polnischen Untersuchungsgebiet (4,5). Wesentliche Unterschiede gibt es bei der Berücksichtigung des Kriteriums Wohnort (Stadt - Land): die im ländlichen Raum Befragten sind zufriedener (4,8) als jene in städtischen Räumen (4,5).

 

Bei den Befragten überwiegt die Einschätzung, dass sich die Lebensqualität in ihrer Umgebung nicht verändert (42% der Befragten). Ein Drittel der Befragten hingegen waren der Meinung, dass ihre Lebensqualität sich verbessert; 24% schließlich beurteilen die Entwicklung als Verschlechterung. Die Polen beurteilen die Veränderungen bezüglich ihrer Lebensqualität positiver als die Deutschen.

 

Die Befragten auf beiden Seiten bewerteten im Durchschnitt folgende Aspekte am besten:

- Zugang zu Apotheken,

- Zugang zu technischer Infrastruktur (Wasser, Kanalisation, Gas),

- Zugang zu und Zustand von Grünflächen (z.B. Parks, Wälder),

- Funktionsweise des medizinischen Notdienstes,

- Wohnverhältnisse (Wohnungsgröße, -lage und Zustand und Ausstattung der Wohnung).

 

Folgende Aspekte wurden hingegen am schlechtesten bewertet:

- Möglichkeit, eine neue attraktive Arbeit zu finden,

- Anpassung der Schulen an die Bedürfnisse von behinderten Menschen,

- Zugang zu Fachärzten,

- individuelle finanzielle Situation,

- Angemessenheit des Verhältnisses zwischen Arbeitszeit und Freizeit.

 

Die Grenzlage wird vorwiegend neutral bis positiv wahrgenommen. 46% der Befragten werteten den Einfluss der Grenzlage auf ihre Lebensqualität als positiv oder sehr positiv, 40% schätzen ihn als neutral ein. Dabei dominierte die positive Sichtweise unter den polnischen Befragten (54%). Ein stärkerer Kontrast liegt bei den Negativbewertungen vor: insgesamt rund 24% der deutschen gegenüber nur knapp 5% der polnischen Befragten betrachteten den Grenzeinfluss als negativ bis sehr negativ.

 

Aus der Beurteilung einzelner Aspekte der Daseinsvorsorge sowie der Bewertung deren Bedeutung für das eigene Leben wurde von den Autoren der Studie eine Priorisierung von Handlungsbedarfen abgeleitet. Für Bereiche, die von den Befragten überdurchschnittlich häufig als in schlechtem Zustand sowie sehr wichtig für ihr Leben beurteilt wurden, besteht demnach größter Handlungsbedarf. Die benannten Themen unterscheiden sich teilweise zwischen der deutschen und der polnischen Seite, jedoch tritt der Zugang zu Fachärzten auf beiden Seiten als prioritäres Handlungsfeld auf.

 

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