Sachsen fordert die Abschaffung von Rabattverträgen für Impfstoffe

18.06.2014

In einem Brief an Staatsministerin Clauß fordert die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KV Sachsen) die Gesundheitsministerkonferenz der Länder auf, sich für die Abschaffung von Rabattverträgen für Impfstoffe einzusetzen.

 

Die Krankenkassen können seit 2011 auch Rabattverträge zu Impfstoffen abschließen und setzen dieses Instrument bundesweit im Rahmen der saisonalen Grippeschutzimpfung ein. Dadurch hat ein Verdrängungswettbewerb unter den ohnehin nur wenigen Impfstoffherstellern eingesetzt. Erhalten einzelne Hersteller bundesweit mehrere Zuschläge, besteht die Gefahr, dass sie den geforderten Dosismengen nicht gewachsen sind oder die Dosismengen nicht zeitgleich flächendeckend in den Apotheken zur Verfügung stehen. Darauf hatte auch die Sächsische Landesärztekammer vor einiger Zeit hingewiesen. Und der 117. Deutsche Ärztetag hatte im Mai ebenfalls gefordert, dass die Rabattverträge für Impfstoffe abgeschafft werden.

 

Werden Vertragsärzte unter Hinweis auf mögliche Regresse darauf verwiesen, nur rabattierte aber (noch) nicht verfügbare Impfstoffe einzusetzen, führt dies zu unnötigem Ärger in der Praxis. Impfwillige müssen wieder weggeschickt werden und kommen gegebenenfalls nicht wieder. Dies führt zu einer sinkenden Durchimpfungsrate und steigert die Gefahr eines pandemischen Ausbruchs bestimmter Infektionskrankheiten.

 

Bei Impfstoffen handelt es sich um komplexe biologische Arzneimittel. Sie sind nicht wie bei Generika untereinander austauschbar. Es dauert bei Grippeimpfstoffen ca. ein halbes Jahr bis mögliche fehlende Dosen nachproduziert sind.

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