Debatte um ärztlich assistierten Suizid

27.08.2014

Hochschullehrer aus den Bereichen Recht, Ethik und Palliativmedizin haben sich am 26. August 2014 mit einem eigenen Gesetzesvorschlag in die Debatte um eine gesetzliche Regelung des assistierten Suizids eingeschaltet. Der Vorschlag sieht vor, die Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe zu stellen, allerdings mit zwei wichtigen Ausnahmen: Angehörige und Ärzte. Ein Arzt darf nach dem Entwurf Suizidbeihilfe nur nach Einhaltung strenger Sorgfaltspflichten und ausschließlich bei unheilbar Erkrankten mit begrenzter Lebenserwartung leisten. Er muss zuvor die Freiwilligkeit des Suizidwunsches geprüft und den Patienten "umfassend und lebensorientiert" über andere, insbesondere palliativmedizinische Möglichkeiten aufgeklärt haben.

 

„Eine eindeutige, für alle verbindliche ethische Verurteilung des freiverantwortlichen Suizids ist nicht plausibel. Gleiches gilt für die Beihilfe zum Suizid", heißt es unter anderem in der Begründung zu dem Gesetzesvorschlag. Das professionsbezogene Verbot einer Beihilfe zum Suizid für Ärzte sei berufsethisch nicht haltbar.

 

Verfasser des Entwurfs sind Prof. Dr. med. Gian Domenico Borasio, Lehrstuhl für Palliativmedizin, Universität Lausanne, PD Dr. med. Dr. phil. Ralf J. Jox, Institut für Medizinethik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. jur. Jochen Taupitz, Direktor des Instituts für Medizinrecht der Universitäten Heidelberg und Mannheim sowie Prof. Dr. med. Dr. phil. Urban Wiesing, Direktor des Instituts für Medizinethik der Universität Tübingen.

 

Der Präsident der Bundesärztekammer äußerte sich dazu in einer Stellungnahme: "Bei allen Vorschlägen, die jetzt in die gesellschaftliche und politische Diskussion zur Sterbehilfe eingebracht werden, ist immer zu prüfen, ob die Intention des § 216 Strafgesetzbuch (Tötung auf Verlangen) wie auch die besondere Vertrauensstellung des Arztes gegenüber seinen Patienten gewahrt bleibt. Nach der Berufsordnung haben Ärzte die Aufgabe, das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen, Leiden zu lindern sowie Sterbenden Beistand zu leisten. Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist hingegen keine ärztliche Aufgabe."

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