Allgemeinmedizin auf Platz 1 der angestrebten Facharztrichtung

23.02.2015

Der Ruf der Allgemeinmedizin hat sich bei den Medizinstudierenden verbessert. In einer aktuellen Umfrage des Hartmannbundes zum "Masterplan Medizinstudium 2020", an der mehr als 7.500 Medizinstudierende teilgenommen haben, belegt die Allgemeinmedizin bei der Wahl der angestrebten Facharztrichtung den ersten Platz. Beim Wahltertial im Praktischen Jahr (PJ) findet sich die Allgemeinmedizin auf dem fünften Platz wieder, würde bei der Option eines zweiten Wahlabschnitts im PJ sogar auf den zweiten Platz vorrücken. Die Erhebung könnte belegen, dass keine Zwangsmaßnahmen zur Förderung der Allgemeinmedizin gebraucht werden - wie etwa ein Pflichtabschnitt im PJ. Denn neben dem zweiwöchigen Blockpraktikum und der einmonatigen Pflichtfamulatur in der hausärztlichen Versorgung gibt es bereits an vielen Fakultäten Institute oder Lehrstühle für Allgemeinmedizin, wie in Dresden und Leipzig, sowie von Jahr zu Jahr mehr PJ-Plätze für das Wahltertial in der Allgemeinmedizin.
 
Auf deutliche Ablehnung trifft ein Pflichtabschnitt in der Allgemeinmedizin bei der Mehrheit der Umfrageteilnehmer. Nur 7,9 Prozent fänden ein Pflichtquartal in der Allgemeinmedizin attraktiv, die Mehrheit (74,7 Prozent) befürwortet ein Modell aus zwei Pflichtquartalen (Chirurgie und Innere) und zwei Wahlquartalen. Ein ganz klares "Nein" (70 Prozent) kommt von den Umfrageteilnehmern hinsichtlich der Frage, ob Bewerber im Zulassungsverfahren bevorzugt werden sollen, wenn sie sich vor dem Medizinstudium bereit erklären, für einen bestimmten Zeitraum als Hausarzt in unterversorgten Regionen zu arbeiten bzw. sich niederzulassen.
 
Fast alle befürworten die Einführung eines bundesweit einheitlichen, für alle Fakultäten verpflichtenden Lernzielkatalogs. Ebenfalls groß ist der Wunsch nach einem früheren Praxisbezug. Viele der Befragten haben erst zu einem sehr späten Zeitpunkt persönlichen Patientenkontakt - ein Drittel erst im 5. Fachsemester. Ebenfalls intensiviert werden sollte der Anteil von Lehrveranstaltungen zur Stärkung der wissenschaftlichen Kompetenz. Den Vorschlag des Wissenschaftsrates, eine verpflichtende wissenschaftliche Forschungsarbeit einzuführen, lehnt die Mehrheit dagegen ab.
 
Hintergrund der Befragung ist die Arbeit der Bundesregierung an einem "Masterplan Medizinstudium 2020. Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage erhalten Sie im Internet auf

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