Masern in Deutschland

Sächsische Landesärztekammer für Impfpflicht in Kindergärten und Schulen

23.02.2015

Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten Präventivmaßnahmen in der Medizin. Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, sinkt von Jahr zu Jahr. Dies wiederum erhöht das Risiko, dass längst besiegt geglaubte Infektionskrankheiten, wie derzeit Masern, wieder aufleben und nicht auf ein Minimum zurückgedrängt (eliminiert) werden.

 

In Deutschland besteht jedoch keine generelle Impfpflicht, sodass inzwischen weniger als die Hälfte der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter, bei den Senioren sogar nur jeder Dritte, einen ausreichenden Impfschutz besitzen. Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, appelliert an alle Eltern, ihre Kinder frühzeitig gegen Masern impfen zu lassen. Kleinkinder sollten ab dem 13. Lebensmonat gegen Masern geimpft werden. "Eltern sollten bedenken, dass sie im Fall einer Nichtimpfung nicht nur ihr eigenes Kind gefährden, sondern auch andere Kinder und Erwachsene der Gefahr einer lebensbedrohlichen Ansteckung aussetzen."

 

Der Deutsche Ärztetag hat auf Vorschlag der Sächsischen Landesärztekammer bereits 2006 die zuständigen Länderministerien aufgefordert, die notwendigen Rechtsbestimmungen zu erlassen, dass in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kindergärten und Schulen, nur Kinder aufgenommen werden dürfen, die einen vollständigen Impfstatus entsprechend den nach § 20 (3) IfSG von den obersten Landesgesundheitsbehörden öffentlich empfohlenen Schutzimpfungen vorweisen können, es sei denn nach ärztlichem bzw. amtsärztlichem Urteil ist eine Impfung bei dem Kind oder Jugendlichen kontraindiziert.

 

In der Begründung verwies der Deutsche Ärztetag darauf, dass Rechte von Familien mit Kindern auf einen Kindergartenplatz oder einen Platz in einem Gymnasium untrennbar auch mit Pflichten verbunden sind. Dazu gehört unter anderem auch die Prophylaxe von Infektionskrankheiten durch Schutzimpfungen. Selbst notorische Impfgegner lassen ihre Jugendlichen impfen, wenn sie ein Highschooljahr in einem anderen Land absolvieren wollen.

 

"Wir sollten daher in Deutschland ebenso wie den USA in den jeweiligen Ländergesetzen festlegen: keine altersgerechte Impfung - kein Kindergartenplatz und kein Gymnasienbesuch (no vaccination, no school)", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze.

 

Ihren aktuellen Impfstatus können Bürger anhand ihrer Impfdokumente beim Hausarzt oder dem Gesundheitsamt feststellen lassen.

Seitenfunktionen

Partner

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • Gesunde Sachsen
  • Gesundheitsinformationen Sachsen
Mein Konto

Schnelleinstieg

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte