Hospitationen können Integration von ausländischen Ärzten erleichtern

22.01.2016

Die Integration von ausländischen Ärzten kann schneller gelingen, wenn man ihnen die Möglichkeit einer Hospitation an einem Krankenhaus ermöglicht. Darauf weist aktuell die Sächsische Landesärztekammer hin. Im Rahmen einer solchen Hospitation könnten ausländische Ärzte entgeltfrei in Kliniken und Praxen den ärztlichen Alltag begleiten und dadurch Abläufe, Kommunikationsprozesse und  Technik schneller kennenlernen.

 

Den ärztlichen Beruf dürfen ausländische Ärzte erst dann ausüben, wenn sie über eine deutsche Approbation oder über eine Berufserlaubnis verfügen. Dazu müssen sie Deutschkenntnisse nachweisen, die eine Verständigung mit den Patienten ermöglichen. „Gerade für die schnelle Integration von Ärzten, die als Flüchtlinge nach Sachsen kommen, könnten Hospitationen deshalb sehr hilfreich sein, betont Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. „Die Ärzte können die Zeit bis zur Anerkennung gut nutzen, um sprachliche wie fachliche Defizite zu erkennen und zu beseitigen."

 

Hospitanten dürfen nicht aktiv im Klinikbetrieb bzw. in den ärztlichen Praxen mitwirken. Empfehlenswert ist auch eine zeitliche Begrenzung der Hospitation, um den vorübergehenden Charakter herauszustellen. Ein Hospitant, der als Gast bzw. als Beobachter am beruflichen Geschehen teilnimmt, ohne selbst Arbeitsleistungen zu erbringen, ist kein Praktikant im Sinne des Mindestlohngesetzes. Empfohlen wird zudem eine schriftliche Vereinbarung über die Rahmenbedingungen, um die Hospitation rechtlich zu fixieren.

 

„Hospitationen dürfen aber kein Freibrief dafür sein, Ärzte ohne Vergütung zu beschäftigen.", stellt Erik Bodendieck klar.

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