Jahresbericht 2017/2018 der Prüfungskommission und der Überwachungskommission zur Prüfung der Herz-, Lungen-, Leber-, Nieren- und Pankreastransplantationsprogramme

06.12.2018

Die f√ľr die Pr√ľfung der Transplantationszentren in Deutschland zust√§ndigen Kontrollgremien von Bundes√§rztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband haben bei der Vorstellung ihres Jahresberichtes 2017/2018 eine positive Bilanz ihrer Arbeit gezogen. "In den Transplantationszentren hat in den vergangenen Jahren ein wahrer Struktur- und Kulturwandel stattgefunden", sagte der Vorsitzende der √úberwachungskommission, Prof. Dr. med. habil. Dr. h. c. Hans Lippert. Urs√§chlich f√ľr diese positive Entwicklung sei nicht nur, dass jedes Zentrum bei Richtlinienverst√∂√üen mit Aufdeckung und gegebenenfalls dienstrechtlichen und/oder strafrechtlichen Konsequenzen rechnen m√ľsse. Vielmehr tr√ľgen die bundesweiten Pr√ľfungen auch zur Fehlerpr√§vention bei. "Mitunter kommt es aus blo√üer Unkenntnis oder aufgrund von Missverst√§ndnissen zu ungewollten Richtlinienverst√∂√üen. Deshalb ist es uns so wichtig, im st√§ndigen Dialog mit den Transplantationszentren zu bleiben, Hilfestellung zu leisten und gemeinsam mit den Transplantationszentren, den Landesministerien und den Landes√§rztekammern eine offene Fehlerkultur zu f√∂rdern", so Lippert.

 

Um dem Auftrag des Gesetzgebers und dem besonderen Informationsinteresse der √Ėffentlichkeit zu entsprechen, ver√∂ffentlichen die Pr√ľfungskommission und die √úberwachungskommission unterj√§hrig s√§mtliche Stellungnahmen zu bisherigen Pr√ľfungen in anonymisierter Form auf der Internetseite der Bundes√§rztekammer und fassen ihre Ergebnisse einmal im Jahr in ihrem Jahresbericht zusammen.

 

Danach halten sich die meisten Kliniken in Deutschland an die Richtlinien der Bundes√§rztekammer f√ľr die Organvergabe. So stellten Pr√ľfungskommission und √úberwachungskommission im Bereich der Nieren-, Pankreas- und kombinierten Nieren-Pankreastransplantation keine Auff√§lligkeiten fest. Auch im Bereich der Herz-, Lungen- und Lebertransplantationen wurde weit √ľberwiegend ordnungsgem√§√ü und korrekt gearbeitet. Hier kam es lediglich in einzelnen Zentren zu Fehlern, die allerdings keine systematische Vorgehensweise erkennen lie√üen. Hingegen stellten die Experten bei den Pr√ľfungen des Herztransplantationsprogramms am Universit√§tsklinikum K√∂ln-Lindenthal und des Lebertransplantationsprogramms am Universit√§tsklinikum Frankfurt/Main systematische Unregelm√§√üigkeiten fest. Hier√ľber informierten die Kommissionen neben den √Ąrztlichen Direktoren und den Landes√§rztekammern die zust√§ndigen Landesbeh√∂rden und die Staatsanwaltschaften.

 

Der gesetzliche Auftrag der Kommissionen beschr√§nkt sich auf die Feststellung von Verst√∂√üen gegen das Transplantationsgesetz und einschl√§gige untergesetzliche Regelungen, wie die Richtlinien der Bundes√§rztekammer. Pr√ľfgegenstand ist die ordnungsgem√§√üe Durchf√ľhrung und Dokumentation der in diesem Zusammenhang von den Transplantationszentren zu treffenden Ma√ünahmen, insbesondere die korrekte Meldung zutreffender Daten an Eurotransplant, nicht aber die √úberpr√ľfung der √§rztlichen Indikationsstellung als solche. Nach der Weiterleitung festgestellter Unregelm√§√üigkeiten an die zust√§ndigen Beh√∂rden der L√§nder entscheiden dann diese √ľber weitere Schritte in eigener Zust√§ndigkeit und Pr√ľfungskompetenz.

 

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