Sachsen startet europäisch einmaliges Präventionsprojekt gegen Diabetes

11.05.2007

Dresden: In Sachsen startet ein in Europa einmaliges Präventionsprogramm Diabetes mellitus. "Denn der beste Weg gegen Diabetes ist, ihn zu verhindern", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze. "Mehrere große internationale Studien zeigen, dass die Prävention des Diabetes mellitus und der Begleitkomplikationen erfolgreich durchführbar und kosteneffektiv ist".

 

Durch Über- und Fehlernährung sowie körperliche Inaktivität der Menschen in den hochentwickelten Industriestaaten stellen Ärzte eine Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit fest. Dabei sind die Deutschen die "Dicksten" im europäischen Vergleich. Die Folgen sind ernste Begleit- und Folgekrankheiten, wie Diabetes mellitus, Fettstoffwechselkrankheiten, hoher Blutdruck sowie Herzinfarkt und frühe Gefäßkrankheiten mit hohen Kosten für die Krankenkassen.

 

Prof. Schulze: "Leider sind auch bereits Kinder und Jugendliche betroffen. Aktuell sind 6 Prozent der Kinder zu dick. Den sogenannten Altersdiabetes (Diabetes Typ 2) haben inzwischen auch 12jährige. Wir registrieren eine Diabetesepidemie großen Ausmaßes. Wenn hier gesamtgesellschaftlich nicht energisch gegengesteuert wird, müssen wir bis 2010 mit etwa 10 Millionen Diabetikern in Deutschland rechnen".

 

Internationale Studien belegen, dass Lebensstiländerungen oder frühe medikamentöse Interventionen bei Risikopersonen in 25-60% einen diabetespräventiven Effekt und aller Wahrscheinlichkeit nach auch eine signifikante Reduktion des kardiovaskulären Risikos zur Folge haben.

 

In der Arbeitsgruppe gesundheitsziele.sachsen wurden entscheidende Voraussetzungen für das sächsische Präventionsprogramm erarbeitet. Das dreischrittige Programmkonzept beginnt mit einem evaluierten Risikotest und mündet in eine kontinuierliche ärztliche Betreuung von Risikopersonen. Weiterhin beinhaltet das Konzept eine zentrale Rolle für einen Präventionsmanager und als wichtigen Programmbestandteil eine individuelle sowie prozessbegleitende Evaluation und Qualitätskontrolle.

 

Prof. Schulze: "Der Risikotest könnte zukünftig auf Lebensmittelverpackungen seinen Platz finden, damit die Menschen 'nebenbei' ihr Risikopotential an Diabetes zu erkranken, ermitteln können."

 

Ein derartiges Präventionsprogramm hat es europaweit so noch nicht gegeben. Die Herausforderung, die sich damit stellt, wird der aktiven Zusammenarbeit vieler Partner bedürfen, ist aber ein lohnendes Investment für die Risikopersonen, die Diabetologie und den Gesundheitssektor. Das sächsische Gesundheitsministerium, die Krankenkassen und die Apotheker sind wichtige Partner bei der Umsetzung des sächsischen Diabetespräventionsprogramms.

 

Sachsen hat jetzt die Chance, als erstes Bundesland flächendeckend ein Diabetespräventionsprogramm umzusetzen. Sachsen wird damit zu Recht zu einem Piloten, der Auswirkungen auf die präventive Versorgung von Risikopersonen bundesweit, aber auch in der EU hat.

 

Für eine fachlich fundierte ärztliche Betreuung der Risikopersonen hat die sächsische Fachkommission Diabetes eine aktualisierte Fassung der Praxis-Leitlinie Metabolisch-Vaskuläres Syndrom sowie Disease Management Diabetes mellitus in Sachsen erarbeitet und veröffentlicht.

 

Korrespondenzadresse ausschließlich für Presseanfragen zum Präventionsprogramm:
Dr. med. Peter E. H. Schwarz, Medizinische Klinik III,
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden,
Fetscherstraße 74, 01307 Dresden
Tel.: 0351 / 458-2715, Fax: 0351 / 458-7319
E-mail: peter.schwarz@uniklinikum-dresden.de

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