„Förderung und Finanzierung unabhängiger medizinischer Forschung” - Beschlussantrag Nr. 14 des 18. Sächsischen Ärztetages/der 38. Kammerversammlung am 27./28. Juni 2008

08.12.2008

Im Rahmen des 18. Sächsischen Ärztetages/der 38. Kammerversammlung wurde von Herrn Dr. Rainer Kobes der Beschlussantrag Nr. 14 "Förderung und Finanzierung unabhängiger medizinischer Forschung" vorgelegt. Darin wurden die Sächsische Staatsregierung und die Bundesregierung aufgefordert, sich für eine "unabhängige medizinische Forschung" einzusetzen und die dafür erforderlichen finanziellen Mittel bereit zu stellen. Die Mandatsträger hatten seinerzeit beschlossen, den Beschlussantrag zwecks Entscheidung an den Vorstand der Sächsischen Landesärztekammer zu überweisen. Der Vorstand hat nunmehr in seiner Sitzung am 3. Dezember 2008 die abschließende Fassung wie folgt bestätigt:

 

Der 18. Sächsische Ärztetag fordert die Sächsische Staatsregierung und die Bundesregierung auf, die Forschung auf dem Gebiet der Medizin stärker zu fördern, um insbesondere Themenbereiche in den Mittelpunkt rücken zu können, die nur wenig im Interessenspektrum wirtschaftlich intendierter Industrieforschung liegen sowie unabhängige Studien zu unterstützen.

 

Begründung:

 

Neben der Industrieforschung muss mehr Wert auf eine unabhängige Förderung medizinischer Forschung gelegt werden. Dies ist im Wesentlichen nur durch ausreichende institutionelle materielle Unterstützung durch den Staat (z. B. DFG, BMBF, EU) möglich. Beispielsweise hat die Bundesärztekammer auf ihrem 108. Ärztetag 2005 ein geeignetes Förderprogramm im Umfang von 4,5 Mio. EUR beschlossen. Diese Initiative ist keinesfalls ausreichend, den Forschungsbedarf abzudecken. Sie war von Beginn an darauf gerichtet, weitere Forschungsförderung aus Land, Bund und europäische Ressourcen anzuregen. Insbesondere die Versorgungsforschung, die u. a. dringlichst die Auswirkungen der unterschiedlichen Gesundheitsreformen und die sich aus der demografischen Entwicklung ergebenden Ansprüche an das deutsche Gesundheitswesen untersuchen müsste, ist wenig entwickelt und wird eben wegen fehlender Mittel von der universitären Forschung kaum beachtet. Um ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen, sollte gleichzeitig von der Pharmaindustrie ein Fonds zur Verfügung gestellt werden.

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