Erste Sächsische Absolventenstudie vorgelegtMediziner mit Studienbedingungen zufrieden - Berufseinstieg problematisch

06.09.2010

Am 26. August 2010 wurden die Ergebnisse der ersten Sächsischen Absolventenstudie vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) in Dresden vorgestellt. Erstmals liegen damit Daten darüber vor, wie Absolventen sächsischer Universitäten und Fachhochschulen die Studienqualität einschätzen und wie sich der Übergang vom Studium in den Beruf bzw. die weitere wissenschaftliche Qualifikation gestaltet.

 

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie zu den sächsischen Medizinabsolventen:

 

Von den 365 befragten Medizinabsolventen der Abschlussjahrgänge 2006 und 2007 sind 71% Frauen. Das Durchschnittsalter bei Studienabschluss liegt bei 28 Jahren. 85% haben vor dem Studium keine Berufsausbildung absolviert. 65% der Medizinstudenten haben eine hohe soziale Herkunft (Eltern mit Hochschulabschluss). Der Durchschnitt über die Absolventen aller Studiengänge liegt bei 45%.

 

Bei den Studienbedingungen wurden im Vergleich zu anderen Fächergruppen die Studienorganisation (51%) und die Lehre (47%) durchschnittlich oft mit gut oder sehr gut bewertet. Seltener gut oder sehr gut wurden dagegen Kontakt und Betreuung (43%) sowie die räumliche und technische Ausstattung (41%) eingeschätzt. Im Vergleich zu anderen Fächergruppen wurden die Fremdsprachenausbildung (37%) und die fachlichen Vertiefungsmöglichkeiten (29%) am seltensten mit gut oder sehr gut bewertet. Aber 67% der Medizinabsolventen würden wieder das gleiche Fach, den gleichen Hochschultyp und die gleiche Hochschule wählen.

 

Angehende Ärzte fallen zudem durch eine höhere regionale Bindung auf. So bewerben sich knapp 70% mit sächsischer Hochschulzugangsberechtigung (HZB) und 44% der nichtsächsischen Hochschulzugangsberechtigten ausschließlich in Sachsen um eine Stelle als Arzt.

 

Von allen Fächergruppen hat die Medizin überdurchschnittlich viele Absolventen, die ihre erste Tätigkeit in den neuen Bundesländern aufnehmen. Fast zwei Drittel finden ihre Arbeitsstelle in Sachsen, wovon der Großteil seine erste Tätigkeit an den Hochschulstandorten aufnimmt. In allen anderen Fächergruppen beträgt dieser Anteil nur etwa die Hälfte. 18% der angehenden Ärzte gehen in einen anderen sächsischen Ort.

 

Die angehenden Ärzte schätzen ihren Berufsstart als wesentlich problematischer ein als die Absolventen anderer Fächergruppen. Der Einstieg in den ärztlichen Berufsweg ist z.B. durch eine "hohe Arbeitsbelastung" (57%), "fehlende/unzureichende Einarbeitung" (41%), "fehlendes Feedback" (39%) und eine größere "Schwierigkeit, Familie oder Partnerschaft mit dem Beruf zu vereinbaren" (34%) gekennzeichnet.

 

Überdurchschnittlich viele Mediziner geben jedoch an, mit ihrer derzeitigen beruflichen Position und auch der Arbeitsplatzsicherheit (sehr) zufrieden zu sein (82 bzw. 75%). Auch mit ihrem Einkommen sind die ehemaligen Medizinstudenten überdurchschnittlich häufig oder sehr zufrieden (52%).

 

Nur jeder fünfte Mediziner hat seine erste Stelle über die Stellensuche im Internet gefunden. Die am häufigsten genannte Suchstrategie ist die Blindbewerbung (39%), die in allen anderen Fächergruppen erst auf Platz fünf bzw. sechs der erfolgreichen Strategien liegt.

 

Die Zahl der Bewerbungen nach dem Abschluss liegt im niedrigen Bereich (5 Bewerbungen, 2 Vorstellungsgespräche, 1 Stellenangebot). 39% der Absolventen der Humanmedizin geben an, keine Schwierigkeiten bei der Stellensuche verzeichnet zu haben. Dies ist im Vergleich der Spitzenwert.

 

Auffallend ist auch, dass überdurchschnittlich viele Medizinabsolventen erst nach dem Staatsexamen aktiv nach Stellen suchen (31%). In den meisten anderen Fächergruppen beginnt die Mehrheit der Studenten bereits vor dem Studienabschluss mit Bewerbungen um eine Arbeitsstelle. Unter allen Fächergruppen bekommen die Mediziner am seltensten eine Stelle ohne aktives Suchen (9%).

 

Die vollständige Studie ist unter www.studieren.sachsen.de verfügbar. Sie enthält weitere detaillierte Ergebnisse u.a. zur Beurteilung der Anforderungen im Studium, zu Auslandsaufenthalten während des Studiums oder zur Bewertung der eigenen Kompetenzen und beruflichen Stellung nach dem Studium.

 

Weitere Informationen unter 0351 8267-160.

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