Junge Bürger wollen bessere Abstimmung in der medizinischen Versorgung - Koordinierte Versorgung wichtiger als freie Arztwahl

14.04.2011

Alle Akteure der medizinischen Versorgung sollen sich besser untereinander abstimmen und die Patienten stärker an Therapieentscheidungen beteiligen, fordert die junge Bevölkerung in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung vom Meinungsforschungsinstitut Psychonomics im Auftrag des forschenden Arzneimittelherstellers Janssen.
 

Die Qualität der Versorgung zu verbessern ohne die Kosten zu steigern, ließe sich nach Meinung von zwei Drittel der Befragten durch eine besser abgestimmte Versorgung aller an der Therapie Beteiligten erreichen. Fast alle Befragten möchten Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen (89 Prozent) und in die Planung ihrer Behandlung persönlich mit einbezogen werden (92 Prozent). Rund die Hälfte fühlt sich aktuell zu wenig beteiligt (58 Prozent) und empfindet die Aktivitäten in der Patientenversorgung unzureichend aufeinander abgestimmt (50 Prozent).
 

Bei der Suche nach Informationen zur Erkrankung oder eigenen Therapie spielt der Arzt mit Abstand die größte Rolle. Das Internet belegt Platz zwei. Einen wichtigen Part nehmen auch Angehörige, Freunde, Bekannte und Apotheker ein.
 

Dass die Bürger bereit sind, auf Entscheidungsfreiheit zu verzichten, zeigt auch ein weiterer Aspekt der Umfrage: Drei Viertel der Befragten würde sich für ein Versorgungsmodell mit gesteuerter Versorgung ohne freie Arztwahl entscheiden, wenn eine optimale Abstimmung aller an der Therapie Beteiligten gewährleistet ist. Knapp ein Viertel würde dies ohne finanzielle Begünstigung tun, während der Rest einen finanziellen Ausgleich zwischen 10 und 50 Euro pro Monat fordert. Der Idee, einen Lotsen zu bestimmen, der die Abstimmung aller an der Versorgung Beteiligten koordiniert, steht die junge Bevölkerung sehr offen gegenüber. Nur sehr wenige halten sie für schlecht (4 Prozent) oder mittelmäßig (23 Prozent).
 

Befragt wurden Ende Februar 2011 rund 1.000 Bürger zwischen 18 bis 30 Jahren in Online-Interviews.

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