4. Juni: Tag der Organspende

03.06.2011

"Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." lautet das Motto des bundesweiten Tages der Organspende am 4. Juni. "Der Tag der Organspende ist ein guter Anlass, um bundesweit mehr Aufmerksamkeit für das schwierige Thema zu gewinnen und über Organspende und Transplantation aufzuklären.", betonte der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze. Mit Blick auf den derzeit in Dresden stattfindenden 33. Evangelischen Kirchentag ist für Prof. Schulze die Organspende eine Form gelebter Solidarität und Nächstenliebe. Ziel müsse es sein, dass sich mehr Menschen darüber Gedanken machten und sich entschieden.
 

Rund 12.000 Menschen sind in Deutschland dringend auf ein Spenderorgan angewiesen. Auf diese dramatische Situation soll der Tag der Organspende bundesweit aufmerksam machen. Die Botschaft lautet: Es ist richtig und wichtig, sich für Organspende zu entscheiden, denn jeder kann plötzlich durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall in die Lage kommen, auf ein neues Organ angewiesen zu sein.
 

Prof. Schulze: "Organspende ist als Gemeinschaftsaufgabe zu sehen, damit mehr Menschen geholfen werden kann. Leider gibt es immer wieder Rückschläge bei den Organspendezahlen". In Sachsen sank die Zahl der gespendeten Organe (ohne Lebendspende) von 243 im Jahre 2005 auf 195 im Jahr 2010. Täglich sterben drei Menschen in Deutschland während der Wartezeit auf ein passendes Spenderorgan. Prof. Schulze plädiert aus diesem Grund weiterhin für die gesetzliche Einführung der Widerspruchslösung in Deutschland. Grundsätzliches Ziel müsse es sein, dass möglichst viele Bürger ihre Bereitschaft für eine Organ- und eine Gewebespende erklären.
 

Der 114. Deutsche Ärztetag in Kiel plädierte am 1. Juni 2011 dafür, dass das Selbstbestimmungsrecht der Bürger gewahrt bleiben müsse. Wird dieses Recht nicht zu Lebzeiten wahrgenommen und liegt somit keine Erklärung vor, können dem Verstorbenen unter Ermittlung des mutmaßlichen Willens durch Einbeziehung der Angehörigen, Organe und/oder Gewebe entnommen werden, heißt es in einem aktuellen Beschluss.
 

Seit 29 Jahren informieren am Tag der Organspende bundesweit Selbsthilfeverbände, die Deutsche Stiftung Organtransplantation, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Ministerien, Gesundheitsämter und kirchliche Einrichtungen über Organspende. Die zentrale Veranstaltung zum Tag der Organspende findet jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt. 2012 wird die Veranstaltung in Dresden ausgerichtet.

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