Sächsischer Krankenhaustag 2011 - Gesundheitsversorgung und Demografie

18.10.2011

Der Vorstandsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft Sachsen, Herr Dieter Blaßkiewitz, wies zur Eröffnung des Sächsischen Krankenhaustages in Dresden auf die erfolgreiche und flächendeckende Neugestaltung der Krankenhauslandschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten hin und ergänzte: "Zugleich haben sich die Krankenhäuser für die ambulante und spezialärztliche Versorgung der Bevölkerung geöffnet und bilden somit komplexe Versorgungseinrichtungen mit spezifischen Aufgaben in urbanen und ländlichen Strukturen.".
 

Auf den Mangel an Fachkräften in deutschen Krankenhäusern wies der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Rudolf Kösters, hin. Schon heute seien bundesweit 5500 Ärztestellen unbesetzt, im Jahr 2019 würden sogar 37000 Ärzte fehlen. Vor allem in den Bereichen Psychiatrie, Innere Medizin und Chirurgie sowie in der Krankenhaushygiene fehle es schon heute an Fachpersonal. Die Situation werde sich weiter verschärfen, da auch die Zahl der Klinikpatienten in den nächsten Jahrzehnten "nach sehr vorsichtiger Schätzung" um acht Prozent zunehme. Sachsen könne dem entgegenwirken, wenn die Universitäten in Dresden und Leipzig mehr Medizinstudenten ausbildeten als bisher.
 

Nicht nur für die Krankenhäuser sondern auch für Pflegeeinrichtungen stellt der demografische Wandel in Sachsen eine besondere Herausforderung dar. Dies betonte Erik Bodendieck, Vizepräsident der Sächsischen Landesärztekammer, in seinem Vortrag "Demografie und Morbidität - Auswirkungen auf Inanspruchnahme von Krankenhausbehandlung". Auch die medizinischen Heil- und Hilfsberufe müssten sich zukünftig der veränderten Inanspruchnahme von Leistungen und den größer werdenden pflegerischen Maßnahmen in dünn besiedelten Regionen annehmen.
 

Die unterschiedlichen regionalen Entwicklungen erfordern aus Sicht der sächsischen Krankenhäuser auch eine flexible Anwendung der bestehenden Regelungen, aber vor allem neue Lösungen, z.B. sektorenübergreifende Kooperationen zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern. Blaßkiewitz betonte, dass dabei nicht die Schließung oder der Rückbau von Standorten oder Kapazitäten im Vordergrund stehe, sondern deren versorgungswirksame Umwidmung für eine Reorganisation der Krankenhäuser im Freistaat Sachsen.
 

Über 200 Vertreter aus Politik, Standesorganisationen, Krankenkassen und Krankenhäusern folgten der Einladung der Krankenhausgesellschaft Sachsen zum diesjährigen "Sächsischen Krankenhaustag" nach Dresden.
 

Pressemitteilung der Krankenhausgesellschaft Sachsen: "Sächsischer Krankenhaustag 2011" Gesundheitsversorgung unter dem Einfluss von Demografie - Morbidität - Strukturen - Ressourcen

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