2. Juni 2012: Tag der Organspende in Dresden - Sächsische Landesärztekammer: Informieren und bewusst entscheiden!

30.05.2012

Dresden: Jeden Tag sterben in Deutschland drei Patienten, die durch eine Organspende hätten gerettet werden können. Bundesweit warten 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation. Daher verfolgt der 1982 ins Leben gerufene Tag der Organspende das Ziel zu informieren und aufzuklären, um das lebenswichtige Thema Organspende stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Denn nur etwa 15 - 20 Prozent haben ihren Willen in einem Organspendeausweis dokumentiert.

 

Die zentrale Veranstaltung zum Tag der Organspende findet in diesem Jahr in Dresden statt. Geplant sind ein ökumenischer Dankgottesdienst in der Kreuzkirche sowie ein »Infodorf fürs Leben« mit Informationsständen und Aktionen zu Organspende, Transplantation und Gesundheit auf dem Dresdner Altmarkt. Dort wird auch die Kommission Transplantation der Sächsischen Landesärztekammer über das Thema "Hirntoddiagnostik" diskutieren.

 

Durch die im März 2012 beschlossene Novellierung des Transplantationsgesetzes, bei der sich alle Fraktionen für eine Entscheidungslösung ausgesprochen haben, gewinnt der Tag für jeden Bürger an Relevanz. Denn künftig sollen alle Versicherten regelmäßig über ihre Spendebereitschaft Auskunft geben.

 

Die Sächsische Landesärztekammer begrüßt die geplante Neuregelung. "Angesichts des großen Bedarfs an Spenderorganen ist es unerlässlich, dass eine Erklärung zur Organ- und Gewebespende, wie im Gesetzentwurf vorgesehen, regelmäßig nachgefragt wird.", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze. Hinzu kommen müssen jedoch auch Aufklärung und Information, um mögliche irrationale Ängste und Vorurteile abzubauen. Prof. Schulze: "Jeder Mensch sollte sich bewusst für oder gegen eine Organspende entscheiden. Aber nur wer ausreichend informiert ist, kann eine überlegte Entscheidung treffen".

 

Von den rund 12.000 Deutschen, die jährlich auf ein Spenderorgan warten, benötigen allein 8.000 eine neue Niere. Im Gegensatz zu den meisten anderen Organen ist hier auch eine Spende zu Lebzeiten möglich. Bei der Sächsischen Landesärztekammer gibt es deshalb die "Kommission Lebendspende". Hier müssen Lebendspender und Empfänger vor der Transplantation vorsprechen, um zu prüfen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Einwilligung in die Organspende nicht freiwillig erfolgt oder das Organ Gegenstand verbotenen Handeltreibens ist. Auch die Kommission "Transplantation" der Sächsischen Landesärztekammer befasst sich mit zahlreichen Problemen der Organspende und -transplantation im Freistaat Sachsen und setzt sich dafür ein, die Bedingungen für eine Organspende und die Organtransplantationen zu verbessern.

 

Informationen zum Tag der Organspende finden Sie hier

 

Weitere Informationen unter 0351 8267-160.

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