Beschneidung aus religiösen Gründen strafbar

27.06.2012

Das Kölner Landgericht hat in einem Urteil die Beschneidung von Minderjährigen aus religiösen Gründen als strafbare Körperverletzung bewertet. Schwerer als die Religionsfreiheit wiegt demnach das Selbstbestimmungsrecht des Kindes. In dem Urteil sprach das Gericht einen Arzt, der einen muslimischen Jungen beschnitten hatte, zwar frei. Dies jedoch nur mit der Begründung, dass der Arzt von der Strafbarkeit nichts gewusst habe. Tatsächlich müssten religiöse Beschneidungen als "rechtswidrige Körperverletzung" betrachtet werden, urteilte das Landgericht.

 

Der "Gesprächskreis Ethik in der Medizin" der Sächsischen Landesärztekammer hatte bereits im Jahre 2006 nach eingehender Beratung eine Bewertung der religiösen Beschneidung vorgenommen und war schon damals zu dem gleichen Ergebnis wie das Landgericht gekommen. Die Veröffentlichung dazu finden Sie

Darin heißt es: "Ärzte würden somit bei der Beschneidung eines minderjährigen Jungen eine Körperverletzung und die Eltern des Jungen würden sich der Verletzung ihrer Fürsorgepflicht strafbar machen."

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