Überweisungen und Praxisgebühr: Zwei ganz verschiedene Dinge

15.01.2013

Der Wegfall der Praxisgebühr hat in der Öffentlichkeit zu Irritationen geführt. Es gilt weiterhin, dass Überweisungen für eine koordinierte ärztliche Inanspruchnahme erforderlich sind. Darauf weist die KV Sachsen in einer Mitteilung hin. Das galt vor der Einführung der Praxisgebühr, während ihrer Anwendung und auch nach ihrer Abschaffung. Nur so kann das vom Gesetzgeber favorisierte Prinzip des Hausarztes als „Lotse im System" realisiert werden und nur so ist es möglich, dass Befunde an den für die ursächliche Behandlung verantwortlichen Arzt gelangen.

 

„Im Interesse einer medizinisch optimalen Behandlung der Patienten, der Abstimmung seiner Medikamente und des sinnvollen Einsatzes von Ressourcen (z.B. Vermeidung von Doppeluntersuchungen) bleiben Überweisung und Befundbericht die bewährten Dokumente einer koordinierten Kommunikation zwischen den behandelnden Ärzten. Eine nachträgliche Verbindung zum Kassieren bzw. Abschaffen der Praxisgebühr herzustellen, ist absurd", bringt es der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KV Sachsen) Dr. Klaus Heckemann auf den Punkt.

 

Hier sei kurz auf die wichtigsten Sachverhalte verwiesen:

  • Der Arzt, zu dem überwiesen wurde, ist grundsätzlich an den Überweisungsschein gebunden und darf keinen eigenen Abrechnungsschein ausstellen.
  • Die in regionalen Vereinbarungen geregelten Überweisungsvorbehalte gelten fort. So sind Versicherte, die sich beispielsweise in einem Hausarztvertrag eingeschrieben haben, an das im Vertrag festgelegte Überweisungsprocedere gebunden.
  • Der Wegfall der Praxisgebühr berechtigt nicht automatisch zur Inanspruchnahme mehrerer Ärzte der gleichen Fachgruppe im Quartal.

Hierzu regelt das Sozialgesetzbuch V: „Die Versicherten sollen den an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Arzt innerhalb eines Kalendervierteljahres nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes wechseln."

  • Beginnt der auf Überweisung tätig werdende Arzt seine Behandlung erst im Folgequartal, kann der ausgestellte Überweisungsschein verwendet werden, sofern der Patient zum Zeitpunkt der Behandlung eine gültige Krankenversichertenkarte bzw. Elektronische Gesundheitskarte vorlegen kann.
  • Ärzte für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Pathologie, Nuklearmedizin, Radiologische Diagnostik bzw. Radiologie, Strahlentherapie und Transfusionsmedizin können nur auf Überweisung in Anspruch genommen werden.

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