Arztzahlen in Sachsen 2012

Ärztinnen in der Mehrzahl / Anteil ausländischer Ärzte steigt auf 10 Prozent

27.02.2013

Dresden: Aktuell leben in Sachsen 22.160 Ärzte (31.12.2012). Dies sind 578 Ärzte mehr als im Jahr zuvor (21.582). Darunter befinden sich 1.821 (+201) ausländische Ärzte aus 91 Nationen. 15.934 Ärzte sind derzeit in Sachsen berufstätig (+ 365), davon 8.623 im stationären (+266) und 6.488 (+84) im ambulanten Bereich.

 

Im ambulanten Bereich setzt sich der Bedarf an Ärzten weiter fort. Waren es 2007 noch 5.759 Ärzte mit eigener Praxis, sank die Zahl 2012 auf 5.536 niedergelassene Ärzte (-223). Dagegen stieg die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte im Vergleich zu 2011 um 92 und im Vergleich zu 2007 um 475 auf 952 Ärzte an.

 

„Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte eine eigene Praxis übernehmen, sondern lieber als Angestellte z.B. in Teilzeit in einer Praxis arbeiten. Bedenklich ist dies vor allem für die ländlichen Bereiche. Daher sollten Anstrengungen, wie das von der Sächsischen Landesärztekammer initiierte Netzwerk ‚Ärzte für Sachsen', unbedingt fortgeführt werden, um den rückläufigen Trend im ambulanten Bereich zu stoppen", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze.

 

Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 191 auf 8.265. Ihr Anteil an allen berufstätigen Ärzten beträgt jetzt 52 Prozent. Die Anzahl berufstätiger Mediziner erhöhte sich dagegen nur um 174 auf 7.669 Ärzte (48 Prozent). Vor zehn Jahren waren es noch 51 Prozent Ärzte und 49 Prozent Ärztinnen. Prof. Schulze „Diesem Trend der Feminisierung wird an vielen sächsischen Krankenhäusern schon durch vorhandene, familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten bereits Rechnung getragen."

 

Die meisten ausländischen Ärzte stammen aus Osteuropa, wie der Tschechischen Republik (273), der Slowakei (212), aus Polen (199), Rumänien (149), der Russischen Förderation (122), Bulgarien (85), Ungarn (82) und der Ukraine (74). Aus Österreich dagegen, mit dem es einen Freundschaftsvertrag mit dem Freistaat Sachsen gibt, kommen 77 Ärzte.

 

Von den ausländischen Medizinern arbeiten 1.433 Ärzte im stationären und 240 im ambulanten Bereich, davon 84 in einer Niederlassung und 156 Ärzte sind in einer Niederlassung angestellt. Der Anteil der ausländischen Ärzte beträgt in Bezug auf die berufstätigen Mediziner in Sachsen 10,5 Prozent (2011: 9,2 Prozent).

 

Prof.  Schulze betont ausdrücklich, „dass die ausländischen Kollegen vor allem in den ländlichen Regionen maßgeblich dazu beitragen, dass Patienten gut versorgt werden. Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Stationen ohne die internationalen Ärzte nicht aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden". Der Präsident setzt zur besseren Verständigung zwischen Ärzten oder mit den Patienten auf berufsbegleitende weiterführende Sprachkurse. Viele Krankenhäuser in Sachsen würden bereits solche Sprachkurse anbieten.

 

Durch den demografischen Wandel und die weitere Spezialisierung der Medizin nimmt der Bedarf an medizinischen Leistungen und damit auch an Ärzten weiter zu. Außerdem arbeitet eine zunehmende Anzahl von Ärzten auch in stationären Einrichtungen in Teilzeit. „Aus dem Anstieg der absoluten Zahlen kann daher nicht geschlussfolgert werden, dass es keinen Ärztebedarf mehr gibt. Vielmehr bietet der Freistaat weiterhin sehr gute Perspektiven für junge Ärzte, insbesondere für Hausärzte", so Prof. Dr. Jan Schulze.

 

Weitere Informationen unter 0351 8267-160.

 

Knut Köhler M.A.,

Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

Anhang

 

Grafik: Arztzahlen in Sachsen 2007 und 2012 im Vergleich

Grafik: Arztzahlen in Sachsen 2007 und 2012 im Vergleich

 Tabelle I: Ausländische Ärzte in Sachsen nach Ländern 2007, 2009 und 2012 im Vergleich (Auswahl)

Land

 2007

 2009

2012

Polen

159

174

199

Slowakei

121

141

212

Tschechien

83

116

273

Russland

98

104

122

Österreich

62

81

78

Bulgarien

63

72

85

Ukraine

63

71

74

Rumänien

34

53

149

Ungarn

k.A.

k.A.

82


.

.
.

.
.

 

Gesamt

1.061

1.249

1.821


 

Tabelle II: Gesamtzahl der ausländischen Ärzte in Sachsen nach Ländern 2012


Land

Anzahl

Afghanistan

5

Ägypten

25

Albanien

3

Argentinien

2

Armenien

4

Aserbaidschan

8

Äthiopien

7

Australien

1

Bangladesch

1

Belgien

2

Bosnien-Herzegowina

11

Brasilien

3

Bulgarien

85

Chile

3

China

13

Dänemark

6

Dominica

1

Ecuador

1

El Salvador

2

Estland

1

Finnland

1

Frankreich

8

Georgien

11

Griechenland

44

Groß-Britannien

4

Guatemala

1

Indien

8

Indonesien

3

Irak

12

Iran

10

Irland

1

Israel

2

Italien

12

Japan

3

Jemen

5

Jordanien

10

Jugoslawien

5

Kamerun

4

Kanada

1

Kasachstan

16

Katar

1

Kirgisistan

3

Kosovo

6

Kroatien

8

Lettland

10

Libanon

13

Libyen

5

Litauen

17

Luxemburg

3

Madagaskar

1

Marokko

1

Mazedonien

10

Mexiko

4

Moldau (Moldawien)

7

Mongolei

1

Nicaragua

2

Niederlande

2

Österreich

77

Peru

2

Polen

199

Portugal

5

Rumänien

149

Russische Förderation

122

Saudi-Arabien

2

Schweden

1

Schweiz

7

Serbien

18

Serbien (einschl. Kosovo)

2

Serbien und Montenegro

5

Seschellen

1

Sierra Leone

3

Slowakei

212

Slowenien

1

Sowjetunion (UdSSR, GUS)

2

Spanien

11

Südafrika

1

Sudan

6

Syrien

48

Taiwan

1

Thailand

1

Tschechoslowakei CSFR,CSSR

15

Tscheschische Republik

273

Türkei

9

Ukraine

74

Ungarn

82

USA

4

Usbekistan

13

Venezuela

1

Vietnam

9

Weißrußland (Belarus)

11

Zypern

3

k.A.

12

Summe

1.821

 

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