Westdeutsche Pharmatests in der DDR

22.10.2013

Eine Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Jena (UKJ) zur wissenschaftlichen Aufarbeitung von Arzneimittelstudien westlicher Pharmafirmen in der damaligen DDR hat am 22. Oktober 2013 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Arbeitsgruppe wurde im Mai 2013 eingesetzt, um zu ermitteln, ob die an weit über 50 Kliniken in der DDR seinerzeit durchgeführten klinischen Studien nach den geltenden gesetzlichen Vorschriften und ethischen Normen durchgeführt wurden. Die Suche nach entsprechenden Patientenakten, die Hinweise auf mögliche Studien enthielten, war extrem mühsam, da der Arbeitsgruppe zunächst keinerlei Prüfpläne oder Studienprotokolle zur Verfügung standen.

 

Am Jenaer Klinikum wurden in den 1980er Jahren mindestens 34 solcher Studien durchgeführt. In Sachsen waren 24 Kliniken an 134 Studien beteiligt. Der Großteil davon wurde am heutigen Universitätsklinikum Dresden durchgeführt. Die Arbeitsgruppe hat bisher keinen Hinweis auf Verstöße gegen damals gültige Rechtsvorschriften gefunden, allerdings auch keine eindeutigen Belege zur Einhaltung der Rechtsvorschriften.

 

Mit Erarbeitung eines Prüfverfahrens gibt die Jenaer Arbeitsgruppe die weitere Aufarbeitung nun an eine neue gemeinsame Forschergruppe der Universitätskliniken Jena, Halle und Leipzig weiter. Leiter der Arbeitsgruppe ist Prof. Dr. Florian Steger, Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Diese Arbeit soll finanziert werden durch das Thüringer Wissenschaftsministerium sowie die drei beteiligten Standorte. Die Forschergruppe will auch eng mit der u.a. durch Bundesmittel geförderten Forschergruppe der Berliner Charité zusammen arbeiten.

 

Der Abschlussbericht steht hier zum Download bereit:

Seitenfunktionen

Partner

  • Ärzte für Sachsen
  • Gesundheitsinformationen Sachsen
Mein Konto

Schnelleinstieg

Aktuelle Meldungen

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte