Jedes zweite Krankenhaus schreibt rote Zahlen

14.11.2013

Die Kliniken in Deutschland stehen vor großen Herausforderungen. Die äußerst angespannte wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser wird aktuell mit Finanzhilfen überbrückt, die Ende 2014 auslaufen. Von der neuen Bundesregierung wird eine grundlegende Reform der Krankenhausfinanzierung gefordert. Betriebs- und Investitionsfinanzierung müssen eine zukunftsfeste Krankenhausversorgung sicherstellen. Hier sind Bund und Länder in der Pflicht. Dies betont aktuell die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG).

 

Jüngste Umfragen und Studien beziffern laut DKG den Anteil der defizitären Krankenhäuser für das Jahr 2013 auf nahezu 50 Prozent. In den Jahren 2011 und 2012 lag der Anteil der Kliniken mit negativem Geschäftsergebnis noch bei rund 30 bzw. 40 Prozent. In Sachsen schreibt jede zehnte Klinik rote Zahlen.

 

Die Gründe für die Notlage vieler Krankenhäuser sind in den gesetzlichen Kürzungsmaßnahmen der vergangenen zu suchen, so die DKG. Diese haben nur zu unverhältnismäßig hohen Rücklagen im Gesundheitsfonds und bei den Krankenkassen beigetragen. Für kleinere Kliniken mit einem vom Land zugewiesenen Auftrag zur stationären Grundversorgung seien die Fallpauschalen problematisch. Das System vernachlässige insbesondere die Vorhalteleistung der wohnortnahen Grundversorgung. In vielen Gesprächen Anfang dieses Jahres hätten die Bundestagsabgeordneten uni sono versichert, dass man eine wohnortnahe Grundversorgung wolle. Wenn dem so sei, müsse die Systematik der Fallpauschalen an dieser Stelle revidiert werden. Es solle ein praxistauglicher, nach einem Kriterienkatalog zu vereinbarender Sicherstellungszuschlag eingeführt werden, fordert die DKG.

 

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