Ärzteverbände fordern eine sofortige Beendigung der Ausschreibungen bei Grippeimpfstoffen

19.05.2014

 

Ärzte fürchten um die Versorgungssicherheit dieser wichtigen Medikamente. In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu Lieferproblemen bei Impfstoffen gegen Influenza gekommen, wenn der von den Krankenkassen ausgewählte Hersteller nicht rechtzeitig liefern konnte. Insbesondere für ältere Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen kann das Fehlen der empfohlenen Impfung gegen Influenza zu ernsten Gesundheitsproblemen führen.

 

Die negativen Berichte zu den Lieferproblemen tragen nach Ansicht der Mediziner auch dazu bei, dass die Akzeptanz dieser Impfung zurückgeht und geeignete Impfstoffe für Kinder oder Schwangere werden in Ausschreibungen nicht berücksichtigt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt jedoch für kleinere Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren einen Grippeimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird. Für Menschen, die an einer Hühnereiweißallergie leiden, sind Influenza-Impfstoffe geeignet, die in Zellkulturen produziert werden. Für schwangere Frauen könnte es auch sinnvoll sein, Grippeimpfstoffe zu verwenden, die frei sind von Konservierungsstoffen.

 

Die vermeintlichen Einsparungen der Kassen gehen zu Lasten der Versorgungsqualität. Eltern, denen in der vergangenen Saison für ihre kleinen Kinder ein neuer Grippeimpfstoff als Nasenspray angeboten wurde, mussten diesen aus der eigenen Tasche bezahlen. Und das, obwohl Studien eine bessere Wirksamkeit bei kleineren Kindern bis 6 Jahren belegen und der Impfstoff für diese Zielgruppe von der STIKO explizit empfohlen ist. Die Ausschreibungen der Kassen ignorieren an dieser Stelle die offiziellen Empfehlungen der Impfexperten.

 

Unterzeichner

 

Berufsverband der Kinder- und Jungendärzte

Berufsverband der Frauenärzte

Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte

Berufsverband Deutscher Internisten

NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands

Berufsverband der Pneumologen

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