Mehrheit der Deutschen für Sterbehilfe

06.10.2014

Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung steht der Forderung, unheilbar schwerstkranken Menschen auf deren Wunsch hin aktiv Sterbehilfe zu gewähren, positiv gegenüber: 67 Prozent sprechen sich dafür aus, aktive Sterbehilfe in Deutschland zu erlauben. Damit ist die Akzeptanz für die aktive Sterbehilfe in den letzten Jahren weiter gestiegen. 2008 sprachen sich 58 Prozent für die Möglichkeit der aktiven Sterbehilfe in Deutschland aus. 60 Prozent sind der Meinung, dass man auch in Deutschland privaten Sterbehilfe-Organisationen erlauben sollte, unheilbar kranke Menschen bei der Selbsttötung zu unterstützen. Lediglich jeder fünfte ist der Meinung, dass solche Organisationen verboten bleiben sollten. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Befragung des INSTITUT FÜR DEMOSKOPIE (IfD) ALLENSBACH.

 

70 Prozent der Männer und 65 Prozent der Frauen sind für die Möglichkeit einer aktiven Sterbehilfe; in den verschiedenen Generationen sind es zwischen 65 und 68 Prozent. Die Schulbildung hat kaum eine Auswirkung. In allen Bildungsschichten ist mit 64 bis 70 Prozent eine große Mehrheit dafür, dass schwerkranke Menschen dabei unterstützt werden dürfen, ihr Leben auf eigenen Wunsch hin zu beenden. Auch unter Katholiken und Protestanten ist jeweils eine große Mehrheit für die aktive Sterbehilfe. Weniger eindeutig ist das Bild lediglich bei den regelmäßigen - und damit ihren Kirchen besonders verbundenen - Kirchgängern. Von ihnen sind 39 Prozent für, 33 Prozent gegen die aktive Sterbehilfe.

 

Die Bundesärztekammer lehnt aktive Sterbehilfe ab. Zuletzt hatte sich der Deutsche Ärztetag erneut für ein Verbot der organisierten, geschäfts- und gewerbsmäßigen Sterbehilfe ausgesprochen.

 

Der Bundestag will demnächst über ein Verbot der gewerbsmäßigen Sterbehilfe diskutieren, eine gesetzliche Regelung wird für den Herbst 2015 erwartet. Sie soll eine juristische Grauzone beseitigen: Töten auf Verlangen, also die aktive Sterbehilfe, ist in Deutschland verboten, die Beihilfe dagegen nicht.

 

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